
Wenn aus Fremden Freunde werden
So lautete das Motto des 3. internationalen/interreligiösen Friedensgebetes in unserer Heilig-Geist-Kirche, das am Montag dem 12.01.2026 stattfand. Vorbereitet hatten dieses Friedensgebet, wie schon zuvor die beiden anderen dieser Art, Vertreter unserer Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde aber auch eine Muslimin. Die Wetterverhältnisse, es regnete recht heftig, luden nicht gerade zum Besuch ein. Und trotzdem sind viele gekommen, viele bekannte Gesichter aber auch viele Muslime und Menschen, deren Heimat offensichtlich nicht ursprünglich Geldern bzw. Deutschland ist.
4 junge Frauen, alle ursprünglich aus völlig unterschiedlichen Heimatländern und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule, schilderten wie sie, die sich zuvor kaum kannten, zu Freundinnen geworden sind, was die Gottesdienstbesucher erkennbar sehr bewegt hat. Das zentrale Gebet im Gottesdienst wurde ebenso in deutscher und in sechs weiteren Sprachen vorgelesen. Der abschließende Segen erfolgte nach katholischem, evangelischem und muslimischem Ritus.
Musikalisch unterstützt wurden wir nicht nur, wie normalerweise durch die Orgel, sondern auch zum 2. Mal durch den Russisch-Orthodoxen Gelderner Männerchor. Dieses Friedensgebet war also durch und durch interreligiös und international!
Als eine Gottesdienstbesucherin, offensichtlich Muslimin, uns danach wegen des Regens mit der Bemerkung tröstete: ‚Im Islam sagt man: Es regnet, das ist ein Zeichen für die Gnade Gottes.‘ Auch im Christentum ist Regen übrigens immer wieder ein Zeichen der Fürsorge Gottes. Also, es kommt nur auf die Sichtweise an. So gesehen, können wir feststellen, dass Gott/Allah für uns Menschen sorgt und es durchaus viele Dinge gibt, die uns verbinden!
Und dann gibt es bei uns in der Kirchengemeinde ja auch noch das Gasthaus, die Begegnung zwischen den Menschen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind und Gelderner Bürgern. Es findet an jedem 1. Freitag im Monat ab 18 Uhr statt. Jeder bringt etwas zu essen mit, wir gestalten den Gemeindesaal zusammen, essen immer wieder neue spannende Gerichte, kommen miteinander ins Gespräch und räumen im Anschluss zusammen auf. Oft schieben wir einen kurzen thematischen Infoblock ein, bei dem ein Besucher/eine Besucherin kurz etwas über sein/ihr Heimatland berichtet, z.B. von spezifischen Feiern, Problemen, bestimmten Mahlzeiten. Auch wir Einheimischen berichten dort manchmal über typisch deutsche Gepflogenheiten. Dadurch kommen wir einander näher, lernen wir uns kennen, bauen Ängste, Vorurteile ab – aus Fremden werden Freunde.
So kann Integration vielleicht stattfinden und hoffentlich gelingen! Das positive Feedback der Besucher dieser beiden Veranstaltungen gibt uns jedenfalls das Gefühl und die Hoffnung, dass in Geldern diesbezüglich etwas passiert.
