
Über eine Stunde spielt Mariia Kurtynina auf dem Flügel in der Heilig-Geist-Kirche und die Gäste applaudieren und zollen der virtuosen Künstlerin stehend ihren Respekt. Mit dem Mephisto Waltz endet die kurzweilige Stunde. Doch dann packt sie noch eine „Inspiration“ aus, wie die junge Frau sie nennt. Sie improvisiert, als binde sie eine Schleife um das Konzert am Sonntagnachmittag. So etwas zu tun, habe sie nicht gedacht. Doch in derHeilig-Geist-Kirche habe sie es gewagt.
Viele Menschen sind der Einladungzu diesem sommerlichen Konzert gefolgt und zeigen sich begeistert. Jemand sagt ihr, man freue sich so, dass sie hier gespielt habe und sie solle wieder kommen. Zwischen den Stücken, die die Musikerin präsentiert, erklärt sie mit wenigen kurzen Sätzen, was die ausgesuchten Stücke des Programms ausmachten. Sie möchte den Menschen zeigen, was ihr an diesen Stücken gefällt, was schön ist an dieser Musik. „Doch finden Sie selbst Ihre persönlichen Schönheiten“, ermuntert sie die Gäste. Und diese sind leicht zu finden, wenn Mariia Kurtynina spielt „Piano Sonata“ in D Major von Beethoven oder den „Mephisto Waltz“ No. 1 von Franz Liszt. „Three nocturnes“, op. 15 von Frédéric Copin bezeichnet sie als Nachtlied ohne Grenzen. Unbekanntere Musiker wie Mikhail Glinka mit „Variations on Alyabyev ́s Romance“- „the Nightingale“ fallen auf in der variantenreichen Auswahl für das Programm.
Während des Spiels fragt man sich, wie ihre Finger die Tasten des Flügels so schnell und richtig finden können. Einige Töne scheinen gleichzeitig zu erklingen. Sie ist bekannt als sogenannte Multi Tastenspielerin.
